staTdT_kunst

ein multimedia_projekt von hannes raffaseder, kurt hörbst und doris winkler


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GRENZENLOS: Multimediale Klangreise beim Ende der interessanten Brucknerhaus-Reihe

Stadtkunst aus verschiedenen Kunst-Blickwinkeln "Kunst ist, was eigentlich niemand versteht." Dieses Zitat aus der Text-Bild-Musik-Collage, die unter dem Titel "staTdT_kunst" das "grenzenLOS"-Projekt im Brucknerhaus sehr überzeugend beendete, war im Kontext zahlreicher anderer kunstkritischer Statements Ausgangspunkt einer multimedialen Klangreise durch ein aus ungewohnten Blickwinkeln betrachtetes "Stattbild" von Linz.

Im Vorfeld wurde von Hannes Raffaseder (Komposition), Kurt Höbst und Doris Winkler (Visualisierung) eine Fülle von Bild- und Tonmaterial zusammengetragen, das mit Textcollagen Andrea Winklers, die Straß enumfragen mit Lyrik von Christine Lavant u. a. konfrontierte, und "live" gespielten Kompositionen und Improvisationen zu einem aufregenden Ganzen verschmolz. Dabei ist es überraschend gut gelungen, Strukturen aufzubauen, die aus dem scheinbar chaotischen Durcheinander von optischen und akustischen Informationen konzentrierte, immer wiederkehrende Muster bildeten.

Einerseits dominierten großformatige Diaprojektionen, die mit auskomponierten, teilweise spannend auf motivischen Keimzellen aufgebauten und sich verdichtenden Klangbildern und den vom Computer eingespielten Text- und Geräuschzitaten geschickt verflochten wurden. Andererseits kontrapunktierten Collagen abstrakter Symbole (von geometrischen Mustern bis zu verschiedenen Verbotstafeln), die in rhythmischer Folge wechselten und so den Grundschlag für ausgedehnte Improvisationen schufen, die vermeintliche Realität der Fotos.

Das Ensemble um Hannes Raffaseder (Klavier und Electronics) mit Christian Wirth (Violine), Hubert Kalupa (Kontrabass), Markus Lindner und Albin Zaininger (Schlagwerk) fügte sich mit der richtig "distanzierten Präsenz" in das Gesamtkonzept ideal ein, bei dem dennoch - um ein weiteres Textzitat herauszugreifen - "das Auge alles in sich hineinsog" - so auch die Musik, die gegenüber der Opulenz der Bilder etwas zurückstand.

Das Projekt staTdT_kunst ist mit diesem Konzert, das bewies, dass zeitgenössische Kunst durchaus verstehbar ist, nicht abgeschlossen und kann im Internet unter www.stadtkunst.com verfolgt werden.

(Michael Wruss)
Oberösterreichische Nachrichten,
14.03.2002